Mittwoch, 29. Juli 2015 FACEANDBOOK.ME / Holy
  • HOLY
  • 2015
  • Installation
  • Schaufensterpuppe, Sand, Pappkarton, Trinkwasser in Kunststoffbehältern
  • 100 x 100 x 82 cm
  • Kerstin Weichsel

Wasser und Mensch – Autopoiesis „in den Sand gesetzt“.

Die größten Wasserspeicher sind unsere Ozeane. Sonnenenergie erwärmt das Wasser; es kondensiert. Durch Verdunstung entsteht Wasserdampf, der in die Atmosphäre aufsteigt. Als Niederschlag gelangt er direkt wieder in die Fluss- und Bachläufe und in unsere Weltmeere. Auf dem Festland wird das Grundwasser erneut aufgefüllt. Ohne den Menschen funktioniert der Kreislauf des Wassers, aber ohne gesundes, reines Wasser kann der Mensch nicht leben. Für uns Menschen ist Wasser sogar das Lebensmittel Nummer eins. Wir bestehen zu etwa zwei Dritteln daraus. Die Milliarden von Zellen im menschlichen Körper, die sich beständig teilen und erneuern, brauchen zum Leben ausreichend, sauberes Wasser. Trotzdem ist unser Umgang mit diesem kostbaren Gut selbstzerstörerisch. In den Ozeanen sammelt sich immer mehr mit Chemikalien versetzter Müll. Wälder, vor allem tropische Regenwälder, werden abgeholzt, Pestizide werden in der industriellen Landwirtschaft eingesetzt … Der Wasserverbrauch für den Anbau und die Herstellung von Nahrungsmitteln und Konsumgütern ist gigantisch. Ein Westeuropäer verbraucht am Tag 130 Liter Wasser und durchschnittlich 4000 Liter virtuelles Wasser. Die Wasserqualität und -quantität sind für die Erhaltung der Biosphäre unersetzbar.
„In den Sand gesetzt“ – Als Autopoiesis bezeichnet man ein System, das sich selbst erschafft und aus sich selbst heraus erhält. Das kurzsichtige Eingreifen des Menschen in das ökologische Gleichgewicht ist als Misserfolg sichtbar, spürbar. HOLY, sprachlich verwandt mit `whole/ganz´, bedeutet für mich, dass der Mensch Teil eines Ganzen ist. Sein Tun und Handeln sollte daraufhin zielen. Wir sind nur eine von vielen Arten auf diesem Planeten und, evolutionär gesehen, noch dazu eine relativ junge.

Der Titel für meine Arbeit ist der auf einen Pappkarton gedruckte Produktname HOLY. Diesen fand ich im Frühjahr 2015 während einer Globalisierungsforschung auf Bali in einem kleinen Lebensmitteldepot. Er ist die Verpackung von `Holy Mood´-Trinkwasser, abgefüllt in Einweg-bechern aus Kunststoff.